Photovoltaik-Neigungswinkel: Was dein Dach wirklich bringt

Die Tabelle zeigt für jede Kombination aus Dachneigung und Ausrichtung, wie viel Ertrag im Vergleich zum perfekten Dach übrig bleibt — gerechnet aus den Sonnenstandsdaten der EU-Kommission, nicht aus Faustformeln.

Aktualisiert: August 2026
Die kurze Antwort: Das Optimum liegt bei einem Süddach mit 35 bis 45 Grad Neigung. Aber der Spielraum ist groß — zwischen 25 und 50 Grad verliert ein Süddach fast nichts, und selbst ein Ost-West-Dach liefert noch rund 81 Prozent je Seite. Ein „falsches" Dach ist fast nie ein Grund, auf Photovoltaik zu verzichten.

Die Tabelle: Ertrag nach Neigung und Ausrichtung

Alle Werte in Prozent des optimalen Ertrags (Süd, 3545° = 100 %). 0° ist ein Flachdach, 90° eine senkrechte Fassade. Südost und Südwest sowie Ost und West unterscheiden sich um höchstens einen Punkt und sind deshalb zusammengefasst.

NeigungSüdSüdost / SüdwestOst / WestNord
0° (flach)85 %85 %85 %85 %
10°92 %89 %84 %76 %
15°94 %91 %84 %72 %
20°96 %93 %83 %67 %
25°98 %94 %82 %63 %
30°99 %94 %81 %58 %
35°100 %94 %80 %54 %
40°100 %94 %79 %49 %
45°100 %93 %77 %45 %
50°98 %92 %75 %41 %
60°95 %88 %70 %34 %
70°89 %82 %64 %28 %
90° (Fassade)71 %66 %50 %19 %

Quelle: PVGIS (Europäische Kommission) Referenzstandort Mitte Deutschlands (PVGIS v5.2 PVcalc, 1 kWp, 14 % Systemverluste), Abruf 04.08.2026. Die Prozentwerte gelten in ganz Deutschland nahezu unverändert; der absolute Ertrag deines Orts kommt in unseren Rechnern live von PVGIS.

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Warum der Winkel weniger wichtig ist, als viele denken

Die Sonne wandert über Tag und Jahr — deshalb gibt es keinen Winkel, der immer perfekt ist, sondern nur einen besten Kompromiss übers Jahr. Genau darum ist die Kurve um das Optimum so flach: Ob 35° oder 25°, macht am Jahresende nur wenige Prozent aus. Spürbar wird es erst bei steilen Fassaden (71 % bei Süd) oder bei Norddächern.

Wichtiger als der Winkel sind in der Praxis: Verschattung (Bäume, Gauben, Nachbargebäude), die nutzbare Fläche — und die Frage, wie viel vom Solarstrom du selbst verbrauchst. Eine passend dimensionierte Anlage auf einem 90-%-Dach schlägt eine zu kleine Anlage auf dem perfekten Dach.

Ost-West hat einen versteckten Vorteil: Die Erzeugung verteilt sich auf Morgen und Abend — also auf die Stunden, in denen zu Hause tatsächlich Strom gebraucht wird. Das erhöht den Eigenverbrauch, und der spart pro Kilowattstunde rund das Vierfache der Einspeisevergütung.

Häufige Fragen zu Neigung und Ausrichtung

Welcher Neigungswinkel ist optimal für Photovoltaik?

In Deutschland liefert ein nach Süden ausgerichtetes Dach mit 35 bis 45 Grad Neigung den höchsten Jahresertrag. Der Bereich um das Optimum ist aber breit: Zwischen 25 und 50 Grad verliert ein Süddach höchstens 2 Prozent — die allermeisten Satteldächer liegen also von selbst nahe am Optimum. Ein „falscher" Winkel ist fast nie ein Grund, auf Photovoltaik zu verzichten.

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Wie viel Ertrag bringt ein Ost-West-Dach?

Bei 30 Grad Neigung etwa 81 Prozent des optimalen Südertrags — je Dachseite. Dafür lassen sich meist beide Dachhälften belegen, also fast doppelt so viele Module. Und die Erzeugung verteilt sich auf Morgen- und Abendstunden, in denen im Haushalt mehr Strom gebraucht wird als mittags.

Lohnt sich Photovoltaik auf dem Flachdach?

Ja. Flach liegende Module erreichen etwa 85 Prozent des Optimums — unabhängig von der Ausrichtung. In der Praxis werden Flachdach-Module aufgeständert, typisch mit 10 bis 15 Grad; nach Süden geneigt steigt der Ertrag damit auf rund 94 Prozent, eine Ost-West-Aufständerung nutzt die Fläche dichter aus. Bei der Planung zählt vor allem, dass sich die Modulreihen nicht gegenseitig verschatten.

Lohnt sich ein Norddach für Photovoltaik?

Meist nur bei flacher Neigung: Bei 10 Grad erreicht ein Norddach noch 76 Prozent des Optimums, bei 45 Grad nur noch 45 Prozent. Als Faustregel gilt: erst die anderen Dachflächen belegen; ein steiles Norddach rechnet sich in der Regel nicht.

Alle Berechnungen und Angaben sind unverbindliche Näherungswerte ohne Anspruch auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.