So rechnen wir

Transparent statt Blackbox. Hier erklären wir, welche Annahmen hinter den Ergebnissen stecken — und wo die Grenzen sind.

Eigenverbrauch

Der ist der wichtigste Faktor für die Rentabilität: Wie viel Prozent deines Solarstroms nutzt du selbst, statt ihn ins Netz einzuspeisen? Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir den vollen Strompreis — eingespeister Strom bringt nur die Einspeisevergütung.

Unser Modell berechnet den Eigenverbrauch basierend auf dem Verhältnis von Anlagengröße zu Jahresverbrauch. Je größer die Anlage relativ zum Verbrauch, desto geringer der Eigenverbrauchsanteil — weil mehr überschüssiger Strom ins Netz fließt.

Wichtig: Der Eigenverbrauchsanteil ist eine Jahresgröße. Er stammt aus Ganzjahres-Simulationen der HTW Berlin (25.000 Konfigurationen im Minutentakt) und bildet damit bereits ab, dass im Sommer Überschüsse eingespeist werden und im Winter zugekauft wird. Genau dieser eine Jahreswert fließt in die Wirtschaftlichkeitsrechnung — er wird nicht zusätzlich saisonal „verkleinert".

Nicht verwechseln mit dem Autarkiegrad: Der Eigenverbrauchsanteil sagt, wie viel deines erzeugten Solarstroms du selbst nutzt. Der Autarkiegrad sagt, wie viel deines Verbrauchs du aus eigener Sonne deckst. Die oft genannten „70–80 %" beziehen sich meist auf den Autarkiegrad, nicht auf den Eigenverbrauch.

Den Autarkiegrad rechnen wir mit einer Stunden-Simulation über ein ganzes Jahr — nicht aus dem Eigenverbrauch zurückgerechnet. Das ist wichtig: Eine reine Jahresbilanz würde bei sehr großen Anlagen fälschlich 100 % anzeigen, weil sie den Sommerüberschuss gegen das Winterdefizit aufrechnet. Das kann man aber nicht — im Dezember liefert selbst eine riesige Anlage nur einen Bruchteil, und ein Hausspeicher überbrückt gut einen Tag, keinen dunklen Winter. Die Simulation stellt darum Stunde für Stunde Erzeugung und Verbrauch gegenüber, lädt und entlädt den Speicher und bildet so den Winter- und Tag/Nacht-Effekt direkt ab — inklusive Wärmepumpe (zieht ihren Strom vor allem im Winter) und Standort. Wir haben sie gegen das Unabhängigkeits-Kennfeld der HTW Berlin geprüft: bei gleicher Verbrauchsannahme treffen sich beide auf etwa einen Prozentpunkt genau. Ergebnis: Die Autarkie sättigt bei rund 90 % — volle Unabhängigkeit vom Netz ist mit einem Hausspeicher praktisch nicht erreichbar.

EinflussfaktorenAnlagengröße relativ zum Verbrauch
Nutzungsprofil — wer tagsüber zuhause ist, verbraucht mehr direkt vom Dach
Speicher — verschiebt Nachtverbrauch auf Solarstrom
Großverbraucher — Wärmepumpe, E-Auto und Klimaanlage erhöhen den Gesamtverbrauch

Speicher-Effekt

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch deutlich: Überschüssiger Solarstrom vom Mittag wird gespeichert und abends oder nachts genutzt, statt aus dem Netz zu kommen.

Aber: Mehr Speicher hilft nicht unbegrenzt. Ab einer gewissen Größe ist der Speicher im Sommer voll und im Winter reicht die Sonne nicht zum Laden. Typisch bringt der Sprung von 0 auf 5 kWh deutlich mehr als von 10 auf 15 kWh.

Wärmepumpe, E-Auto & Klimaanlage

Alle drei erhöhen deinen Stromverbrauch — und damit auch die Menge Solarstrom, die du selbst nutzen kannst. Den Wärmepumpen-Strombedarf berechnen wir individuell aus deinem Gebäude (Wohnfläche, Dämmung, Heizsystem, Haustyp) — bei einem Standard-Einfamilienhaus sind das grob 6.000–8.000 kWh/Jahr; ein E-Auto je nach Fahrleistung 1.800–3.600 kWh/Jahr.

Klimaanlage (nur Kühlung): Den Kühlbedarf leiten wir aus der Wohnfläche ab — rund 3 kWh Strom pro Quadratmeter und Jahr. Ein 120-m²-Haus kommt so auf etwa 360 kWh in der Sommersaison. Das ist ein moderater Mittelwert: In Deutschland wird meist nur teilweise gekühlt (Wohn- und Schlafräume), und der Wert ist im Ergebnis frei anpassbar. Wichtig: Wir rechnen ausschließlich das Kühlen im Sommer — Klimageräte können auch heizen, das deckt aber unser Wärmepumpen-Rechner ab. Kühlen passt besonders gut zur Solaranlage, weil der Bedarf genau dann am höchsten ist, wenn die Sonne am stärksten scheint — fast jede gekühlte Kilowattstunde kommt direkt vom eigenen Dach.

Das verbessert den Eigenverbrauchsanteil, weil weniger Strom übrig bleibt der eingespeist werden muss. Gleichzeitig sinkt die nicht, weil mehr vom eigenen Dach kommt statt aus dem Netz.

Wichtige Korrektur bei Wärmepumpen: Das HTW-Berlin-Modell wurde an Haushalten ohne Wärmepumpe kalibriert. Eine WP zieht aber etwa 80 % ihres Stroms zwischen Oktober und April — genau dann, wenn die Sonne nur ~30 % des Jahresertrags liefert. Der Speicher kann diesen Winterverbrauch kaum decken, weil er in den dunklen Monaten selten voll wird. Wir gewichten den Speicher-Vorteil bei WP-Haushalten deshalb mit einer Saisonkorrektur nach unten — das spiegelt wider, dass ein größerer Speicher hier weniger zusätzlichen Nutzen bringt, als die reine Verbrauchsmenge vermuten lässt.

Vergleich: Gas- & Ölheizung

Bei aktiver Wärmepumpe zeigen wir zum Vergleich, was eine Gas- oder Ölheizung über 25 Jahre kosten würde — für die gleiche Wärmemenge: Was die Wärmepumpe an Wärme liefert, rechnen wir über den Kesselwirkungsgrad in Brennstoff um und bepreisen ihn samt CO₂-Abgabe.

AnnahmenKesselwirkungsgrad: Gas 90 % · Heizöl 85 %
Brennstoffpreis: Gas 11 ct/kWh · Heizöl 10 ct/kWh
Preissteigerung: 2 %/Jahr

CO₂-Abgabe2026: 55 €/t · 2027: 65 €/t · ab 2028: EU ETS2 (marktbasiert)
Ab 2028 rechnen wir konservativ mit +8 €/t pro Jahr.
Gas: 200 g CO₂/kWh · Heizöl: 266 g CO₂/kWh

Die CO₂-Bepreisung für Gebäude wird ab 2028 durch den EU-weiten Emissionshandel (ETS2) ersetzt. Die tatsächlichen Zertifikatspreise könnten deutlich über unserer konservativen Schätzung liegen.

Kostenschätzung

Die Investitionskosten werden automatisch geschätzt, können aber manuell angepasst werden. Unsere Richtwerte:

PV-Module + Installation1.416 €/kWp (bis 10 kWp)
1.071 €/kWp (ab 10 kWp, Mengeneffekt)

Batteriespeicher1.500 € Basis + 175 €/kWh

Gerundet auf 500 €. Stand August 2026, ohne Förderung.
Quelle: taptaphome.com (vormals solaranlagen-portal.com) + energie-experten.org + strom-report.de (auto)

Standort-Ertrag

Wie viel Strom eine PV-Anlage produziert, hängt stark vom Standort ab. In Süddeutschland sind über 1.100 kWh pro kWp möglich, an der Nordseeküste eher 950–1.000. Der Unterschied kann 10–15 % ausmachen.

Wenn du deine Postleitzahl eingibst, rufen wir Ertragsdaten vom PVGIS ab — dem Solarrechner der Europäischen Kommission. PVGIS simuliert den Ertrag basierend auf langjährigen Wetterdaten, optimaler Dachneigung und 14 % Systemverlusten. Wie stark andere Dachneigungen und Ausrichtungen den Ertrag verändern, zeigt unsere Neigungswinkel-Übersicht — ebenfalls aus PVGIS-Daten.

BeispielwerteMünchen: ~1.140 kWh/kWp
Frankfurt: ~1.060 kWh/kWp
Hamburg: ~990 kWh/kWp
Kiel: ~990 kWh/kWp

Ohne PLZ-Eingabe rechnen wir mit 950 kWh/kWp (konservativer Durchschnitt). Der Wert ist im Ergebnis jederzeit manuell anpassbar.

Amortisation

Die Amortisationsrechnung zeigt, ab wann sich die Investition durch eingesparten Strom und Einspeisevergütung rechnet. Wir rechnen mit drei Szenarien für die zukünftige Strompreisentwicklung:

AnnahmenZeitraum: 25 Jahre
: 0,5 % pro Jahr (Leistungsverlust der Module)
(EEG):
  : 7,7 ct/kWh (≤10 kWp) / 6,66 ct/kWh (>10 kWp)
  : 12,22 ct/kWh (≤10 kWp) / 10,24 ct/kWh (>10 kWp)
  Fix für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Bei Anlagen >10 kWp wird ein gewichteter Mischsatz berechnet. Halbjährliche Degression ca. 1%.
  Stand: August 2026 · Quelle: Bundesnetzagentur, §48 EEG
Strompreis: 31,1 ct/kWh

3 SzenarienPessimistisch: Strom +1 %/Jahr
Realistisch: Strom +3 %/Jahr
Optimistisch: Strom +5 %/Jahr

Wartungskosten (ca. 150–250 €/Jahr) sind nicht einberechnet. Alle Werte im Ergebnis manuell anpassbar.

Einspeisung ab 2027: Für Anlagen, die ab 2027 in Betrieb gehen, sollen andere Konditionen gelten — die Bundesregierung hat dazu am 29. Juli 2026 einen Gesetzentwurf beschlossen, der Bundestag muss noch entscheiden. Das Ergebnis hat dafür einen Umschalter „Heute / Ab 2027": Statt des festen EEG-Satzes rechnet er mit den Regeln des Entwurfs, und den Erlös an der Strombörse lassen wir standardmäßig weg — was Solarstrom in 15 Jahren dort erlöst, weiß niemand. Die Hintergründe erklärt unser Ratgeber zur EEG-Reform.

Wärmepumpen-Rechner

Der eigene Wärmepumpen-Rechner geht deutlich tiefer als der Zuschlag im PV-Rechner: Aus dem Gebäude (Wohnfläche, Dämmstandard, Haustyp, Heizsystem) leiten wir Heizlast und Wärmebedarf ab und vergleichen die Wärmepumpe mit einer neuen Gas- oder Ölheizung — inklusive Anschaffung, CO₂-Abgabe und Förderung.

Zwei Entscheidungen unterscheiden ihn von vielen anderen Rechnern: Die Betriebskosten rechnen wir mit dem erwarteten realen Verbrauch, nicht mit dem theoretischen Norm-Bedarf des Gebäudes — real wird weniger geheizt, als die Norm annimmt, im Altbau um rund ein Drittel. Das geht bewusst zu unseren Ungunsten: kleinere Ersparnis, längere Amortisation. Und die Investitionskosten sind an rund 160 realen Handwerker-Angeboten kalibriert (Datensatz der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz), nicht an Portal-Preisen. Alle Annahmen stehen im Ergebnis und auf der Datenstand-Seite.

Klimaanlagen-Rechner: Kühlkosten

Der eigene Klimaanlagen-Rechner beantwortet nicht „lohnt sich das" (eine Klimaanlage spart kein Geld, sie kostet welches), sondern: Was kostet sie im Betrieb — und wie viel davon übernimmt die Sonne?

Den Kühlbedarf leiten wir aus echten Kühlgradstunden ab: Wir zählen für deinen Standort, wie viele Stunden es im Sommer wie weit über der Kühlschwelle lag (Open-Meteo-Wetterhistorie, ohne PLZ ein deutscher Durchschnitt). Wunschtemperatur, Zeitfenster und die Lage zur Sonne skalieren diesen Wert — beim Kühlen kommt der größte Wärmeeintrag durch die Fenster, deshalb fragen wir nach Sonne und Dachgeschoss, nicht nach dem Dämmstandard. Umschaltbar sind drei Klimadaten-Modi: der Durchschnitt der letzten 5 Sommer (Standard), der letzte Sommer (oft heißer) und eine Projektion in ~20 Jahre auf Basis eines Klimamodells (CMIP6) — eine Modellrechnung, kein exakter Wert.

Warum die Zahl oft niedriger wirkt als erwartet: Der Wert ist ein Jahresbetrag, nicht pro Monat. Die deutsche Kühlsaison ist kurz — nur an wirklich heißen Tagen läuft das Gerät. Und: wie schnell ein Raum kühl wird, ist eine Frage der Geräte-Leistung (kW), nicht der Jahresenergie — das einmalige Runterkühlen am Abend fällt gegenüber dem laufenden Wärmeeintrag kaum ins Gewicht.

Beim Gerätevergleich rechnen wir bewusst nicht mit den Typenschild-Werten: Split-Geräte tragen einen Saisonwert (Teillast, echte Außentemperaturen), Monoblöcke nur einen Volllast-Wert aus der Prüfkammer — die EU-Norm schließt sie von der Saison-Messung ausdrücklich aus. In der Kammer kann keine warme Luft nachströmen; im Wohnzimmer passiert genau das, sobald der Abluftschlauch Raumluft nach draußen bläst. Wir stellen deshalb alle drei Gerätetypen auf dieselbe Grundlage — die Effizienz im echten Betrieb über eine ganze Saison: Monoblock 1,5, mobile Split-Anlage 5,2, fest installierte Split-Anlage 5,5. Ein Monoblock zieht damit für dieselbe Kühlung rund das Vierfache einer festen Split-Anlage. Die Werte samt Typenschild-Angabe stehen auf der Datenstand-Seite.

PV passt besonders gut zum Kühlen: Der Bedarf ist am höchsten, wenn die Sonne am stärksten scheint. Ohne Speicher deckt die PV das Kühlen am Tag fast komplett, nachts dagegen kaum; mit Batteriespeicher (Default in der Rechnung) ist auch Nachtkühlung größtenteils gedeckt. Beides ist im Ergebnis umschaltbar.

Balkonkraftwerk-Rechner

Der Balkonkraftwerk-Rechner nutzt dieselbe Basis wie der große PV-Rechner: Standort-Ertrag von PVGIS und eine Stunden-Simulation aus Sonnenverlauf und Haushaltsprofil. Zwei Besonderheiten: Der Ertrag wird am 800-Watt-Wechselrichter gedeckelt — bei großen Modul-Sets zeigt der Rechner sichtbar, wie viel durch die Drosselung verloren geht — und gerechnet wird ohne Einspeisevergütung, weil das bei Balkonkraftwerken der Normalfall ist. Der letzte Schritt empfiehlt das wirtschaftlich beste Set, zeigt aber alle Größen zum Vergleich.

Einspeisevergütungs-Rechner

Der Einspeisevergütungs-Rechner bestimmt deinen EEG-Satz nach dem Inbetriebnahme-Monat: für Anlagen ab August 2022 aus der im Gesetz festgelegten Degressions-Kette, davor aus dem Monatsarchiv der Bundesnetzagentur (April 2012 bis Juli 2022). Für noch ältere Anlagen fragen wir bewusst den Satz aus deinem Bescheid ab, statt einen zu raten. Die Vergütung endet am 31. Dezember des zwanzigsten Jahres — der Rechner zeigt, was du schon erhalten hast und was noch aussteht.

Datengrundlage & Grenzen

Das Eigenverbrauchsmodell ist kalibriert an Simulationsdaten der HTW Berlin (Forschungsgruppe Quaschning/Weniger). Grundlage sind über 25.000 simulierte Anlagenkonfigurationen in 1-Minuten-Auflösung mit dem VDI 4655 Standard-Lastprofil für Einfamilienhäuser.

Was wir nicht berücksichtigenDachausrichtung — wir rechnen mit optimal ausgerichteten Modulen; wie stark andere Neigungen und Richtungen abweichen, zeigt die Neigungswinkel-Übersicht
Verschattung — Bäume, Nachbargebäude oder Gauben kann nur ein Fachbetrieb vor Ort bewerten
Förderung — regionale Zuschüsse fließen nicht in die Amortisation ein; passende Programme zeigen wir im Ergebnis an

Abweichungen von ±5 % zum tatsächlichen Eigenverbrauch sind möglich. Für eine exakte Prognose empfehlen wir ein Angebot vom Fachbetrieb.

Eine kompakte Übersicht aller Werte — Preise, Vergütung, CO₂-Preis, Wärmepumpen-Annahmen — mit Stand und Quelle findest du auf der Datenstand-Seite.

Du möchtest die Methodik im Detail nutzen — für ein eigenes Tool, ein Widget oder eine Veröffentlichung? Schreib uns, wir helfen gern weiter.

Sebastian Schäder

Alle Berechnungen und Angaben sind unverbindliche Näherungswerte ohne Anspruch auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.