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Glossar

Die wichtigsten Begriffe rund um Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe — in einfacher Sprache erklärt.

Amortisation

Die Amortisationszeit ist der Zeitraum, bis die Investition in die Anlage durch eingesparte Stromkosten und Einspeisevergütung wieder hereingeholt ist. Ab diesem Punkt erwirtschaftet die Anlage echten Gewinn. Bei einer typischen PV-Anlage liegt die Amortisation je nach Eigenverbrauch, Strompreis und Kosten bei etwa 9–14 Jahren — bei einer Lebensdauer von 25+ Jahren bleiben also viele Jahre Rendite. Wir rechnen sie über drei Strompreis-Szenarien, weil die künftige Preisentwicklung den Zeitpunkt stark beeinflusst.

auch: Amortisationszeit · Amortisationsdauer

Autarkie

Der Autarkiegrad beschreibt, wie unabhängig du vom Stromnetz wirst: Welchen Anteil deines gesamten Jahresverbrauchs deckst du aus eigener Solarproduktion? Autarkie ist nicht dasselbe wie Eigenverbrauch — Eigenverbrauch betrachtet den erzeugten Strom (wie viel davon nutze ich selbst?), Autarkie den verbrauchten Strom (wie viel davon kommt vom eigenen Dach?). Ohne Speicher liegt die Autarkie meist bei 25–35 %, mit Speicher sind 50–70 % erreichbar. Volle Autarkie (100 %) ist mit Hausspeichern praktisch nicht erreichbar, weil im Winter zu wenig Sonne kommt.

auch: Autarkiegrad · Autarkiequote · Unabhängigkeit

COP

Der COP (Coefficient of Performance) ist das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom in einem bestimmten Betriebspunkt, gemessen unter Normbedingungen. Ein COP von 4 heißt: 1 kWh Strom ergibt 4 kWh Wärme. Der COP ist ein Momentanwert im Labor — für die tatsächlichen Heizkosten ist die JAZ (Jahresarbeitszahl) aussagekräftiger, weil sie den Durchschnitt über ein ganzes Jahr mit allen Temperaturen abbildet.

auch: Coefficient of Performance · Leistungszahl

Degradation

Solarmodule verlieren mit den Jahren etwas Leistung — dieser Effekt heißt Degradation. Üblich sind rund 0,5 % pro Jahr, sodass ein Modul nach 25 Jahren noch etwa 85–90 % seiner ursprünglichen Leistung bringt. Hersteller geben darauf meist eine Leistungsgarantie. Wir berücksichtigen die Degradation in der Amortisationsrechnung, weil der jährliche Ertrag dadurch über die Laufzeit leicht sinkt.

auch: Modul-Degradation · Leistungsverlust

Degression

Die Degression ist das gesetzlich festgelegte, schrittweise Absinken der Einspeisevergütung für neu in Betrieb genommene Anlagen (aktuell etwa 1 % pro Halbjahr). Wer früher baut, sichert sich einen höheren Satz — der dann aber für die gesamten 20 Jahre fix bleibt. Nicht zu verwechseln mit der Degradation, dem altersbedingten Leistungsverlust der Module.

Eigenverbrauch

Der Eigenverbrauch ist der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den du direkt im Haushalt nutzt, statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. Er ist der wichtigste Faktor für die Wirtschaftlichkeit: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir den vollen Strompreis (ca. 34 ct), während eingespeister Strom nur die deutlich niedrigere Einspeisevergütung (ca. 8 ct) bringt. Speicher, Wärmepumpe und E-Auto erhöhen den Eigenverbrauch, eine sehr große Anlage relativ zum Verbrauch senkt ihn.

auch: Eigenverbrauchsanteil · Eigenverbrauchsquote

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantierte Betrag, den du für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom erhältst. Sie ist ab Inbetriebnahme 20 Jahre lang fest und sinkt für Neuanlagen halbjährlich leicht (Degression). Die Höhe hängt von der Anlagengröße und davon ab, ob du teil- oder volleinspeist. Aktuell liegt sie bei rund 8 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. rund 13 ct/kWh (Volleinspeisung) für kleine Anlagen — deutlich unter dem Strompreis, weshalb hoher Eigenverbrauch sich mehr lohnt als Einspeisen.

auch: EEG-Vergütung · Einspeisetarif

JAZ

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Effizienzkennzahl einer Wärmepumpe: Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Pumpe übers ganze Jahr pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,5 bedeutet, aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto günstiger die Heizkosten. Sie hängt vor allem von der Vorlauftemperatur (Fußbodenheizung besser als alte Heizkörper) und der Wärmequelle ab (Erdwärme effizienter als Außenluft). Anders als der COP, der nur einen Betriebspunkt misst, ist die JAZ der reale Jahresdurchschnitt.

auch: Jahresarbeitszahl

kWh

Die Kilowattstunde (kWh) ist die Maßeinheit für Energiemenge — also wie viel Strom über eine Zeit verbraucht oder produziert wird. Nicht zu verwechseln mit kWp (Leistung): kWp sagt, wie stark die Anlage maximal ist, kWh sagt, wie viel sie tatsächlich liefert oder ein Speicher fassen kann. Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt verbraucht etwa 3.800 kWh im Jahr.

auch: Kilowattstunde · Kilowattstunden

kWp

kWp (Kilowatt-Peak) ist die Maßeinheit für die Leistung einer Photovoltaikanlage. Sie gibt an, wie viel Leistung die Anlage unter genormten Testbedingungen (1.000 W/m² Sonneneinstrahlung, 25 °C) maximal liefert. Eine 10-kWp-Anlage produziert in Deutschland je nach Standort grob 9.500–11.500 kWh Strom pro Jahr. Als grobe Daumenregel braucht 1 kWp rund 5 m² Dachfläche und kostet aktuell etwa 1.250–1.400 € inklusive Installation.

auch: Kilowatt-Peak · Kilowattpeak

NOCT

NOCT (Nominal Operating Cell Temperature) ist die Temperatur, die eine Solarzelle unter realistischen Betriebsbedingungen erreicht (800 W/m² Einstrahlung, 20 °C Luft, 1 m/s Wind) — typisch rund 45 °C. Module verlieren bei Hitze an Leistung, deshalb nutzen wir die NOCT zusammen mit dem Temperaturkoeffizienten in der Live-Simulation, um aus aktuellen Wetterdaten die momentane PV-Leistung zu schätzen. An kühlen, sonnigen Tagen liefert eine Anlage daher oft mehr als an heißen.

auch: Nominal Operating Cell Temperature · Normale Betriebstemperatur

Speicherkapazität

Die Speicherkapazität gibt an, wie viel Strom ein Batteriespeicher fasst — gemessen in Kilowattstunden (kWh). Sie verschiebt überschüssigen Solarstrom vom Mittag in die Abend- und Nachtstunden und erhöht so den Eigenverbrauch. Mehr Kapazität hilft aber nicht unbegrenzt: Ab einer gewissen Größe ist der Speicher im Sommer ohnehin voll und im Winter reicht die Sonne nicht zum Laden. Typisch sind 5–10 kWh für ein Einfamilienhaus.

auch: Batteriekapazität · Speichergröße

Spezifischer Ertrag

Der spezifische Ertrag (kWh/kWp/Jahr) gibt an, wie viel Strom eine Anlage pro installiertem Kilowatt-Peak und Jahr produziert. Er hängt stark vom Standort, der Dachausrichtung und -neigung ab: In Süddeutschland sind über 1.100 kWh/kWp möglich, an der Nordseeküste eher 950–1.000. Wir holen den ortsgenauen Wert über deine Postleitzahl aus der PVGIS-Datenbank der EU-Kommission. Multipliziert mit der Anlagengröße ergibt sich der Jahresertrag in kWh.

auch: kWh/kWp · Ertrag · Jahresertrag

Teileinspeisung

Bei der Teileinspeisung (auch Überschusseinspeisung) verbrauchst du den Solarstrom vorrangig selbst und speist nur den nicht genutzten Überschuss ins Netz ein. Das ist der Regelfall für Haushalte, weil der selbst genutzte Strom (gesparter Strompreis ~34 ct) deutlich mehr wert ist als die Einspeisevergütung (~8 ct). Die Einspeisevergütung ist bei Teileinspeisung niedriger als bei Volleinspeisung, dafür sparst du beim eigenen Verbrauch.

auch: Überschusseinspeisung

Volleinspeisung

Bei der Volleinspeisung wird der komplette Solarstrom ins Netz eingespeist, ohne dass du selbst etwas davon nutzt. Als Ausgleich ist die Einspeisevergütung deutlich höher als bei Teileinspeisung (rund 13 statt 8 ct/kWh bei kleinen Anlagen). Das lohnt sich vor allem bei sehr geringem eigenem Stromverbrauch oder auf einem reinen Investitions-Dach. Für die meisten Haushalte ist Teileinspeisung wirtschaftlicher, weil der gesparte Strompreis höher ist als die Mehrvergütung.

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