Datenstory · Solar in Deutschland

Wie Förderung den Solarausbau geformt hat

Der jährliche Photovoltaik-Zubau in Deutschland folgt keiner geraden Linie, sondern den politischen Weichenstellungen. Die Balken zeigen, wie viel Leistung Jahr für Jahr dazukam; die beiden Linien zeigen, warum: die sinkende Einspeisevergütung und der steigende Strompreis.

Photovoltaik-Zubau in Deutschland
Zubau pro Jahr, Einspeisevergütung & Strompreis seit 2000
Marktstammdatenregister, dl-de/by-2-0 · Bundesnetzagentur & Solarenergie-Förderverein · Eurostat, Beschluss 2011/833/EU
2000 · EEG-Start
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert erstmals eine feste Vergütung über 20 Jahre. Damit wird eine kleine Dachanlage überhaupt erst kalkulierbar.
Regierung: Rot-grüne Koalition (SPD/Grüne), Kanzler Schröder — als Initiative aus dem Parlament um Hermann Scheer (SPD) und Hans-Josef Fell (Grüne).
Zubau pro Jahr (GWp, linke Achse)Einspeisevergütung (ct/kWh, rechte Achse)Haushaltsstrompreis (ct/kWh, rechte Achse)
Ereignis 1 von 8 der Zeitleiste (2000 · EEG-Start); die übrigen Wendepunkte stehen interaktiv auf solar-check.io. Der hell eingefärbte letzte Balken ist das laufende Jahr und damit noch unvollständig.
Datenquelle: Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), dl-de/by-2-0 (Daten aggregiert) · Bundesnetzagentur & Solarenergie-Förderverein (SFV) (gesetzliche EEG-Vergütungssätze) · Eurostat, Beschluss 2011/833/EU (Weiterverwendung mit Quellenangabe gestattet)Interaktives Chart:solar-check.io · CC BY 4.0

Zwei Booms, ein Wendepunkt

Der erste Boom (rund 2009–2012) lief über die Einspeisevergütung: Wer eine Anlage aufs Dach setzte, bekam für jede eingespeiste Kilowattstunde zunächst deutlich mehr, als eine Kilowattstunde Strom kostete. Als die Vergütung 2012 drastisch gekürzt wurde und unter den Haushaltsstrompreis fiel, kippte die Logik — und der Zubau brach über Jahre ein.

Der zweite Boom (ab 2022) hat einen anderen Motor: nicht mehr das Einspeisen, sondern der Eigenverbrauch. Als die Strompreise in der Energiekrise 2022/2023 sprunghaft stiegen, wurde jede selbst genutzte Kilowattstunde bares Geld wert. Die Nullsteuer 2023 nahm zusätzlich die Anschaffungshürde. Ergebnis: Rekord-Zubau bei gleichzeitig niedriger Vergütung — der Beweis, dass heute der Strompreis die Anlage trägt, nicht mehr die Förderung. Der Höchststand liegt bei über 17 GW in einem einzigen Jahr.

Und die regionale Förderung?

Die großen Wellen kommen aus der Bundespolitik — Einspeisevergütung, Mehrwertsteuer, Strompreis. Länder und Kommunen fördern zusätzlich, aber diese Programme sind zu klein, um die bundesweite Kurve sichtbar zu bewegen. Sie lohnen sich für die einzelne Anlage trotzdem. Welche Programme es in deiner Region gibt, findest du hier:

Förderprogramme nach Region →

Du überlegst, ob sich eine Anlage für dich rechnet? Zum PV-Rechner.

Zubau: Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), dl-de/by-2-0 (Daten aggregiert), Meldestand 2026-08-05.
Einspeisevergütung: Bundesnetzagentur & Solarenergie-Förderverein (SFV) (gesetzliche EEG-Vergütungssätze).
Strompreis: Eurostat, Beschluss 2011/833/EU (Haushalt, Jahresmittel, ab 2007).
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Vergütungssätze sind gesetzliche EEG-Werte; verbindlich ist die jeweilige amtliche Quelle. Historische Jahressätze sind Jahresanfangs-Werte (ab April 2012 sank die Vergütung unterjährig).

Solarstrom im Monatsvergleich

Im Juli 2026 lieferten Deutschlands Solaranlagen 12,0 TWh Strom — 44 % mehr als im selben Monat des Vorjahres. Davon gehen +16 % auf neu gebaute Anlagen zurück und +24 % auf das Wetter, also den Sonnenertrag je installiertem Kilowatt. Die Tabelle zeigt die letzten zwölf Monate; oben an der Karte lässt sich jeder Monat seit 2016 einzeln aufrufen. Zubau- und Wetter-Effekt multiplizieren sich zum Gesamtunterschied.

MonatSolarstromVorjahrVeränderungdavon Zubaudavon Wetter
Juli 202612,0 TWh8,4 TWh+44 %+16 %+24 %
Juni 202611,2 TWh10,0 TWh+11 %+16 %−4 %
Mai 202610,9 TWh9,8 TWh+11 %+16 %−4 %
April 202610,0 TWh8,5 TWh+18 %+16 %+2 %
März 20267,3 TWh6,5 TWh+12 %+16 %−3 %
Februar 20262,5 TWh2,9 TWh−13 %+15 %−24 %
Januar 20261,6 TWh1,5 TWh+6 %+17 %−9 %
Dezember 20251,4 TWh1,1 TWh+35 %+17 %+15 %
November 20252,1 TWh1,5 TWh+39 %+18 %+18 %
Oktober 20253,5 TWh3,4 TWh+4 %+18 %−11 %
September 20256,2 TWh5,9 TWh+5 %+18 %−11 %
August 20259,2 TWh8,4 TWh+9 %+19 %−8 %
Quelle: Energy-Charts (Fraunhofer ISE), CC BY 4.0

Alle Berechnungen und Angaben sind unverbindliche Näherungswerte ohne Anspruch auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.